Ist vom Arbeitsmarkt in den neuen Bundesländern die Rede, dann geht es bisher eher um Stillstand als um Mobilität. Doppelt so hohe Arbeitslosigkeit als in den alten Ländern, ein hoher Anteil staatlich geförderter Ausbildung und Beschäftigung sowie ein geringer Zuwachs von Stellen auf dem sogenannten "ersten Arbeitsmarkt" mögen hier als Stichworte genügen. Vor allem die Diskussion über die demographische Falle hat jedoch in jüngster Zeit die öffentliche Aufmerksamkeit darauf gelenkt, dass in Ostdeutschland kurz- bis mittelfristig mit deutlich neuen, nicht minder riskanten Problemen zu rechnen ist:
Das durchschnittliche Alter der Beschäftigten steigt in ostdeutschen Unternehmen tendenziell an. Dies ist ein Zeichen dafür, dass nicht genügend junge Fachkräfte Zugang zu den Unternehmen finden, und nicht zuletzt deshalb aus ihren Heimatregionen mehr und mehr in die alten Länder abwandern. Ein Teufelskreis v.a. für ostdeutsche Unternehmen, denn sie brauchen in absehbarer Zeit für ihre "alternden" und langsam aus dem aktiven Erwerbsleben ausscheidenden Beschäftigten neue Arbeitskräfte, die dann zumindest auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen. Das ist mit demographischer Falle gemeint. "Drohender Fachkräftemangel" und "sterbende", weil von Jungen entvölkerte Regionen sind die Stichworte, die in den Medien immer häufiger zu finden sind.
Das Team des zsh beschäftigt sich in diesem Projekt v.a. mit diesen neuen Problemen.